„Wunderwuzzi“ E Bike? rund ums rad allgemein
„Wunderwuzzi“ E Bike? rund ums rad allgemein

Ob beim Amt im Wartezimmer, im Supermarkt oder beim Durchblättern der Zeitung – zurzeit kommt man im Alltag am „Fahrrad“ nicht vorbei. Und dafür muss man noch nicht einmal ein Fahrradliebhaber sein. Und dafür müssen wir auch nicht nach Österreich schauen.
So weit, so gut.

Aber wie kommt es zu diesem Hype? Wieso reden dabei so viele Menschen mit, und bringen sich plötzlich sogar Energieberater in Fachdiskussionen ein? Warum beschäftigt das Fahrrad gleich zwei Ministerien? Und wieso wird das Fahrrad in Österreich seit kurzem staatlich gefördert, obwohl so viele Räder verkauft wurden, wie schon seit 2010 nicht mehr (über 400.000 Stück)?

Das magische Wort ist das E-Bike. Denn es bringt Leute zum Fahrrad, die bisher noch gar nicht im Sattel waren. Mittlerweile ist fast jedes dritte in Österreich neu verkaufte Fahrrad ein E-Bike (über 120.000 Stück). Man kann es als eine Art Innovationsmotor sehen, der die ganze Branche – und nicht zuletzt seine Besitzer – in Bewegung bringt. Auch die Fahrrad-Fachmessen werden von der Entwicklung dominiert: Hersteller präsentieren neuartige E-Lastenfahrräder mit dem Potenzial Autos abzulösen und smartes Zubehör wie Fahrradhelme mit integriertem Rücklicht und Blinkern machen das Fahren so sicher wie nur möglich.

Von einem „E-Bike-Boom“ ist aber schon lange nicht mehr zu sprechen. Vielmehr hat es sich zu einem Thema entwickelt, das branchen- und kenntnisübergreifend nahezu jeden beschäftigt. Mit dem E-Bike ist das Fahrrad (wieder?) in der Mitte der Gesellschaft angekommen, egal ob alt oder jung.

Obwohl Österreich mit einem E-Bike-Marktanteil von fast 30% unter den Top 3 im europäischen Vergleich ist (nach den Niederlanden und Belgien), werden etwa nur 8% der Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt. Grund dafür ist unter anderem eine bis dato noch relativ schlecht ausgebaute Rad-Infrastruktur.

Bis Österreich auch beim Radverkehrsanteil in die Top 3 gelangt, ist es noch ein weiter Weg. Das E-Bike könnte aber genau dieses Ziel nicht nur möglich machen, sondern auch forcieren. Denn das Thema „Fahrrad“ landet jetzt auf dem Tisch der richtigen Entscheidungsträger. Bei dem soeben (Januar 2019) verabschiedeten E-Mobilitätspaket der Österreichischen Bundesregierung schließen sich gleich zwei Ministerien – Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus und Bundesministerium für Verkehr – Innovation und Technologie – mit Wirtschaftspartnern aus Automobilimporteuren, Zweiradimporteuren und Sportfachhandel zusammen, um den Kauf von E-Bikes für Unternehmen zu fördern. Teil der Klima- und Energiestrategie unter dem knackigen Titel #mission2030 ist es außerdem, den Radverkehrsanteil auf Österreichs Straßen bis zum Jahr 2025 zumindest auf 13% zu erhöhen.

Aber auch die Gesellschaft muss ihren Beitrag zu diesen hoch gesteckten Zielen leisten – und das sind wir alle!

Es ist Zeit, dass man nicht mehr schräg angeschaut wird, wenn man mit Rad und Helm zum Business-Meeting kommt. Gleichzeitig sollten wir Fahrradfahrer auch selbst aufeinander Rücksicht nehmen und untereinander toleranter sein. Ob gemütlicher E-(Mountain)-Biker oder sportlich ambitionierter Rennfahrer – auf der Berghütte oder der Passhöhe trifft sich jeder und soll auch jeder willkommen sein. Auch einmal von einem E-Bike-Fahrer überholt zu werden, ist okay und muss ohne Zornesröte im Gesicht des „Abgehängten“ vonstattengehen.

Denn uns muss allen klar sein: Vor dem Hintergrund der hohen CO2-Belastung, der wachsenden Städte und der ambitionierten Klimaziele von Paris, ist es eine rundum wünschenswerte – ja notwendige! – Entwicklung, mehr Leute aufs Rad zu bringen!

Vielleicht ist das E-Bike damit nicht nur ein magisches Wort, sondern auch DER Schlüssel dafür, dass das Thema Fahrrad so „massentauglich“ wird, dass Mobilität komplett neu gedacht und die Infrastruktur dementsprechend angepasst und ausgebaut wird.

Also: Rauf aufs Rad! Und das auch im Winter!

Und jetzt wissen wir auch, was ein Energieberater auf einmal zum Thema „Fahrrad“ zu sagen hat….

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