Warum Strava? allgemein Training Strava
Warum Strava? allgemein Training Strava

Irgendwann fragte mich ein Radkollege ob ich auch auf Strava sei. Mein fragendes Gesicht verwunderte ihn… “Hä? Strava? Was ist das?“. “Wie? Das kennst Du nicht?“…”Nö!

Heute weiss ich wie dumm und unerfahren ich war! Sicher noch nicht ansatzweise ein Rennradfahrer 😉

Denn, das ist sicher, Rennradfahren und Strava gehören irgendwie zusammen. Oder? Warum eigentlich Strava? Was ist daran interessant? Im Folgenden versuche ich meine sehr subjektive Antwort darauf zu geben. Ganz persönlich und sicher nicht immer ganz ernst gemeint… Oder doch?

Mein Anfang mit Strava

Der Kollege hatte mir grob erklärt, was Strava ist. Quasi ein “Soziales Network” für Radfahrer, in dem wichtige Anstiege als Segmente hinterlegt sind und wo man sich KOMs holen kann. Wo man King of the Mountain werden kann. Hört sich ja toll an… und dazu alles noch kostenlos.

Also dauerte es nicht lange und ich fand mich auf Strava wieder. Schnell angemeldet und den ersten Track vom Garmin hoch geladen. Mit Spannung verfolgte ich den Zeitbalken, welcher geschäftig verkündete, dass mein Track analysiert wird… dass die Segmente abgeglichen werden… Kurz darauf war er dann fertig und neugierig betrachtete ich meinen ersten Strava Eintrag und sah… eigentlich nichts Spektakuläres. Keinen KOM, keinen Pokal und damals natürlich auch noch keinen PR (Personal Record), da es ja keine Einträge gab, die zeitlich hätten unterboten werden können. Ich sah lediglich die gefahrenen Segmente, meine Daten und eine Karte mit der gefahrenen Strecke.

Auffallend fand ich jedoch damals schon, dass Strava recht ansprechend und wirklich gut aufgebaut wirkte. Man findet sich gut zurecht und die Optik gefiel mir im Vergleich zu anderen Portalen richtig gut (Da wird Garmin Connect wohl nie hin kommen). Die Karte der Tour ist gut, die Segmente sind mit den wichtigsten Informationen hinterlegt, viele Informationen der Tour sind ansprechend zusammengefasst.

In der Folgezeit wurde dann fleissig hochgeladen und nach und nach stellten sich erste “Erfolge” ein. Auch die ersten KOMs. Da ich alle (ich betone ALLE) Tracks seit meinem ersten Garmin auf der Festplatte hatte, wurden auch nachträglich alle älteren Tracks hochgeladen. Ganz nebenbei hatte ich so ein hübsches Archiv meiner Radtouren der letzten Jahre.

Nun war ich also auf Strava, nutzte es regelmässig und gehörte endlich dazu…

Risiken und Nebenwirkungen

Es folgte eine Zeit, in der die Ausfahrten recht Strava orientiert erfolgten. Nach und nach kannte ich die Segmente in meinem Revier und zu oft siegte der Impuls “auf KOM zu fahren“. Dass das Resultat nicht sofort sichtbar war machte das Ganze fast noch spannender. Der Moment, in dem der Track dann die Erfolge oder Niederlagen in Strava offenbarte, war besser als jeder Film im Fernsehen (OK. Das ist ja auch nicht unbedingt eine Kunst). Ich musste mich nach einem Segment, wo ich das Gefühl hatte, schnell gewesen zu sein, fast zusammen reissen, nicht die Tour abzubrechen, nach Hause zu rasen und das Ergebnis anzuschauen. Zum Glück gelang mir diese Impulsunterdrückung IMMER. Ansonsten hätte ich mir Gedanken über ein mögliches Suchtpotential machen müssen.

Trainingstechnisch war das teilweise sicherlich bedenklich. An Anstiegen “all out” und dazwischen Watt-los bis zum nächsten Anstieg rollen. Eigentlich recht sinnbefreit und vom Trainingseffekt aus betrachtet weit weg vom Optimum. Da ich jedoch ein Spassfahrer bin, keine Rennen bestreite und daher eh nicht auf Training angewiesen bin, war mir das wiederum einige Zeit egal.

Diese Phase endete irgendwann, es wurde auch irgendwie langweilig und ich versuchte wieder etwas trainingsorientierter zu fahren. Die Frage war: “Wie kann man Strava da einbauen?“. Gut. Andere Frage. “Muss man Strava da eigentlich einbauen?“. Die Antwort war für mich klar. “Nein“. Strava ist eine nette Datenplattform, welche aus meiner Sicht zur Trainingssteuerung wenig beitragen kann.

Strava als soziales Netzwerk

Ich begann also wieder etwas planvoller zu fahren, gezielt Intervalle ohne Strava-Segmente zu fahren und Strava wurde so zunehmend zum Nebenprodukt des Radfahrens. Gerade auf Reisen war es nett zu schauen, wer auf Strava ist. So vergrösserte sich zunehmend der Kreis der Follower und derer, den ich folgte. Eigentlich das, wozu ein soziales Netzwerk gedacht ist. Man bleibt in Kontakt, sieht was die anderen machen und man schreibt sich ab und zu Kommentare.

Nun wurden plötzlich auch wieder die Segmente interessant. Nicht um KOMs einzufahren sondern um zu schauen, wie sich die anderen an bestimmten Segmenten so schlagen. Vor allem die, von denen man glaubt, man könnte mit ihnen mithalten. So gab es doch wieder einige Anstiege, vorwiegend im Urlaub, wo ich versuchte die Segmentzeiten einiger meiner ernsten Widersacher (gell Lothi) zu knacken. Mal mit mehr, oft auch mit weniger Erfolg. Egal…

Zugegeben. Den Sinn von sozialen Netzwerken habe ich selber noch nicht richtig kapiert. Ich bin zwar auf Facebook, poste aber eigentlich kaum etwas, da ich gar nicht weiss, welche Dinge, die ich so mache, andere interessieren könnten. Es gibt sicher Dinge, die ich mache, die einige interessieren würden. Die wiederum will und werde ich jedoch nicht veröffentlichen. Was also sollte ich da überhaupt posten?

So stellt sich erneut die Frage. Was will ich eigentlich auf Strava? Anders als in anderen Sozialen Netzwerken interessiert es mich hier tatsächlich was die Bekannten aktuell mit dem Rennrad machen. Wo sie gerade sind, mit wem und welch hübsche Touren sie fahren.

Auch glaube ich, dass es hier tatsächlich auch ein paar Leute gibt (Einige meiner Follower) die es  zu interessieren scheint, welche Touren ich mache. Es entsteht ein Austausch, rein im Mikrokosmos Rennradfahren. Nur das, und nicht die Inhalte des gesamten Lebens.

Strava im Rennrad Alltag

So manches Computer Programm wurde mir schon nach kurzer Zeit ziemlich langweilig. Strava nutze ich nun schon einige Jahre gerne und regelmässig. Die online Bluetooth Anbindung an die Garmin Edge Serie, begonnen mit dem 810  und heute mit dem Edge 1000 ist praktisch und funktioniert inzwischen sehr gut. So gut, dass meist schon die ersten Kudos (Das sind Pendents zu Facebook Likes) da sind, bevor ich meine gefahrene Strecke überhaupt anschaue 😉

Wie geschrieben; Schnell mal schauen, wo sich die Bekannten gerade rum treiben. Wie sie gerade so drauf sind (Watt mässig oder Vam (Vertical-Altitude-Meters – ganz wichtig! Die Aufstiegsrate in Hm/Std.). Kurze, knappe Kommunikation, in der Regel zum Thema Rennrad.

Aber auch als Touren Datenbank ist es für mich wie schon angedeutet sehr willkommen. In ansprechender Form sehe ich die Gesamt Kilo- und Höhenmeter und habe so wie früher beim Tauchen ein nettes Logbuch mit vielen nützlichen und zusätzlichen Informationen. Ich gebe mein Jahresziel ein und Strava rechnet mir aus, wo ich im Hinblick auf die Zielerreichung aktuell stehe.

Mit der Zeit finden sich auch einige sehr hübsche Zusatz-Webseiten, welche meist kostenlos einen zusätzlichen Mehrwert über die Strava API Anbindung bringen. Dazu werde ich bei Gelegenheit einen eigenen Artikel schreiben.

…warum also nun Strava?

Weil es gut gemacht ist. Weil es gut funktioniert und weil es nebenbei läuft und mich nicht ständig mit unnötigen Mitteilungen nervt wie andere Soziale Netzwerke (Obwohl ich da schon fast alles im “lass mich in Ruhe” Modus eingestellt habe).

Mein Garmin lädt Touren automatisch über Garmin Connect nach Strava. Ich schaue sie mir kurz an, gebe Freunden (wenn berechtigt) ein paar Kudos und gut ist. Irgendwie gehört Strava inzwischen fest zum Rennradfahren dazu ohne sich zu fest einzumischen… was will ich mehr?

Warum nutzt ihr Strava? Oder… auch interessant. Warum nutzt ihr es ganz bewusst nicht?

Ach ja… mich findet Ihr hier auf Strava…und unseren Cycling Adventures Strava Club

3 Kommentare

  1. Ciao Lutz,

    habe erst kürzlich mit Strava begonnen, nehme es allerdings nicht so ernst (mein Garmin ist letzthin abgeraucht und nun gibt es von mir seit einigen Wochen kein Update mehr. Bald sollte er repariert sein). Zudem vergesse ich den Garmin auch manchmal, so dass das Trainingslog sowieso unvollständig ist. Aber zum KOMs abgrasen finde ich das ganz witzig. In meiner Gegend gibt es noch viele potenzielle Opfer. Nur wenn die TdS über einen Hügel drübergerast ist, geht das halt nicht mehr.

    Gruss aus den Pyrenäen!
    Reto

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  2. Peter

    Hallo Lutz,

    ich nutze Strava auch erst nach der Empfehlung eines Trainingskollegen. “Strava? Was soll das sein? Schon wieder so ein “Soziales Netzwerk”? Nein, danke!”, das waren meine ersten Gedanken, zumal ich weder Facebook, Instagram, WhatsApp und wie sie alle heißen mögen nutze. Solche “Zeiträuber” waren und sind für mich vergeudete Freizeit, die man doch lieber am Rad verbringt.
    Naja, mit gehörigem Zweifel las ich mich daraufhin auf verschiedensteten Websites zum Thema Strava ein. Mit dem Ergebnis, dass ich mich “testweise” mal anmeldete. Irgendwie gut gemacht. Einfach, ohne großen Schnick-Schnack und auch die persönlichen Angaben halten sich ja in Grenzen.
    Zunächst verband ich mich mal mit meinem Trainingskollegen und siehe da, da wurde es schon interessant. Die gefahrenen Strecken weckten Interesse die eigenen Trainingsstrecken zu verlassen und Neuland zu erkunden. KOMs? Hä? O.o
    Hui, mit den KOMs kam dann aber die Motivation und nach dem ersten KOM müssen weitere folgen. Dann eines Tages die Meldung “Dein Freund hat deinen KOM gestohlen!” Helle Aufregung, Herzrasen und noch mehr Motivation. 2 Tage später KOM retour, diesmal mit 10 Sekunden Vorsprung. Hält bis heute! 🙂

    Von daher ist Strava eine gewaltige Motivation, veranlasste mich noch mehr und härter zu trainieren, mit entsprechendem Erfolg. Mittlerweile bin ich auf die bezahlte Version gewechselt und freue mich immer noch, dass ich nicht jeden Tag irgendwelche stumpfen Kommentare ala Fratzenbook lesen muss und es ums Rennradfahren geht.

    In Kürze mehr…

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