Mühlviertel – Rennradparadies nördlich der Donau reviere fruehling Rennradtour Rennradrevier Österreich
Mühlviertel – Rennradparadies nördlich der Donau reviere fruehling Rennradtour Rennradrevier Österreich

Als Jugendlicher habe ich im Mühlviertel meine ersten Runden mit dem Rennrad gedreht. Auch nach vielen Ausflügen in andere Regionen liebe und schätze ich immer noch die heimatliche Streckenvielfalt. Von flachen Runden über Klassikerprofile bis hin zu längeren Anstiegen ist hier alles möglich, und bei entsprechendem Tempo auch richtig fordernd. Traumhaft zu genießen sind die Ausblicke über das im Herbst oft im Nebel versunkene Alpenvorland bis zu den Alpen. Die Stille und Einsamkeit zwischen Feldern, Wiesen und Wäldern machen diese Region für mich zu einem traumhaften Rennradrevier.

Wo liegt das Mühlviertel eigentlich?

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Das Mühlviertel ist eines der vier Viertel Oberösterreichs und liegt nördlich der Donau. Es ist fast druchwegs Teil des Granit- und Gneißhochlandes der Böhmischen Masse. Nur an der Donau (bei Aschach und im Machland) finden sich flache Zonen.
Das Hochland ist durchzogen, von vielen Bächen und Flüssen, die sich zum Teil tief ins Gestein gegraben haben. Die höchste Erhebung ist der Plöckenstein (1378 m) fast im Dreiländereck zwischen Österreich, Deutschland und Tschechien.
In den vier Bezirken des Mühlviertels liegen einige größere Orte und Städte, wie Freistadt, Rohrbach, Bad Leonfelden, Gallneukirchen und Perg. Strittig ist, ob die nördlich der Donau liegenden Stadtteile von Linz (Urfahr, Pöstlingberg, St. Magdalena) ebenfalls zum Mühlviertel gezählt werden sollen.
Bevor das Innviertel von Bayern zu Oberösterreich kam, war das Mühlviertel nur der Teil westlich des Haselgrabens, der von Linz Richtung Norden führt und in dem die B126 verläuft. Der östliche Teil hieß damals Schwar(t)zviertel oder Machlandviertel.

Kunst und Kultur

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Sehenswürdigkeiten im Mühlviertel stellen der berühmte Kefermarkter Flügelaltar, die Stadtbefestigung von Freistadt und die mittlerweile zum Wanderweg umgebaute Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis (Tschechien) sowie unzählige Schlösser und Burgen dar. Typisch für das Mühlviertel sind die wuchtigen Bauernhöfe, die Vierkanter. Oft finden sich eingemauerte Granitblöcke in den Hausfassaden. Als wohl berühmtestes Naturereignis ist die Donauschlinge bei Schlögen (auch Schlögener Schlinge genannt) zu nennen.
In jüngerer Vergangenheit wurde die Bierregion Mühlviertel ins Leben gerufen. Eine Vereinigung zahlreicher, kleiner Brauereien mit ihren eigenen Spezialbieren, deren Verkostung kombiniert mit einer Jause lohnt. Daneben gibt es eine Vielzahl an Mostbauern, die dem Vorurteil Rechnung tragen, dass Oberösterreicher Mostschädel sind.

Eine ideale Radtopografie?Mühlviertel – Rennradparadies nördlich der Donau reviere fruehling Rennradtour Rennradrevier Österreich

Dank der tief eingeschnittenen Täler und der tiefen Lage der Donau ergeben sich einige Anstiege mit knapp 600 m Höhendifferenz – ein ideales Trainingsrevier für die Alpen also. Eine flache Runde mit dem Rad zu fahren, ist nur in der Nähe der Donau möglich, etwa im Machland zwischen Mauthausen und Grein.
In den meisten Tälern gibt es gut ausgebaute Straßen, die jedoch oft aufgrund der dünnen Besiedlung nur gering befahren sind, dazwischen finden sich unzählige Güter- und Wirtschaftswege mit durchwegs ordentlichem Belag. Diese Kombination führt zu vielseitigen Runden, die nicht selten mit mehr Höhenmetern aufwarten können als man sich erwarten würde.
Mühlviertel – Rennradparadies nördlich der Donau reviere fruehling Rennradtour Rennradrevier ÖsterreichTypisch für die meisten Übergänge der Region ist, dass es zumeist eine lange und eine kurze Auffahrt gibt. Der lange Anstieg führt meist aus dem Donauraum (etwa nach Oberbairing vom Linzer Stadtteil St. Magdalena) oder einem Tal (etwa vom Haselgraben nach Kirchschlag) nach oben. Die kurze Seite beginnt, aufgrund der Form der Böhmischen Masse bereits auf größerer Höhe. Im äußersten Nordosten befindet sich mit dem Koblberg (1044 m) sogar der höchste Pass in Oberösterreich.
Direkt hinter der Grenze zu Tschechien liegt im Norden der große Moldaustausee, wohin eine meiner Lieblingsrunden führt. Vielleicht liegt dsa einfach daran, dass die Natur hier noch ursprünglich ist, nur wenige Dörfer durchquert werden, die aber ihr ursprüngliches Erscheinungsbild noch kaum verändert haben, und mit dem Überqueren der Grenze einfach sowas wie Urlaubsgefühle aufkommen.

Rennradwetter?

Mühlviertel – Rennradparadies nördlich der Donau reviere fruehling Rennradtour Rennradrevier ÖsterreichDie Lage nördlich der Alpen lässt schon erwarten, dass das Wetter nicht ganzjährig ideal zum Rennradfahren ist. Durch den Abstand zu den Alpen ist das Mühlviertel aber doch etwas begünstigt, was die Menge an Niederschlägen betrifft. Gerade im Herbst und Winter herrscht im Mühlviertel oft traumhaftes Wetter, wenn der oberösterreichische Zentralraum rund um Linz tage- oder wochenlang unter einer Nebeldecke liegt. Dann ist eine Rennradrunde durchs Mühlviertel wirklich eine Flucht aus dem Alltagsgrau und im Herbst in eine bunte Farbenwelt. Im Sommer ist es insbesondere in den Tälern sehr angenehm und der meist kühle Böhmische Nordwind sorgt oftmals für zusätzliche Abkühlung.

Fazit

Mühlviertel – Rennradparadies nördlich der Donau reviere fruehling Rennradtour Rennradrevier ÖsterreichMeine Heimatregion bietet fast alles was das Rennradfahrerherz begehrt, einzig die alpinen Gipfel rund um die doch nicht so hohen Übergänge fehlen. Wer einsame, schmale Straßen mit doch überraschend vielen Höhenmeter mag, sollte das Mühlviertel besuchen. Wen es etwa auch nur kurz, beruflich nach Linz verschlägt, der sollte das Rennrad mitbringen und von der Stadt aus in die Einsamkeit aufbrechen.

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