ax lightness VIAL Evo Ultra im Test tests technik Test Rennrad
ax lightness VIAL Evo Ultra im Test tests technik Test Rennrad

Schon seit geraumer Zeit liebäugelte ich mit einem neuen Rad. Nach ausgiebiger Recherche ist es ein ein ax-lightness VIAL Evo Ultra geworden. Dies hat seine Gründe. Zum einen interessieren mich in sportlicher Hinsicht v.a. Bergzeitfahren. Dies war auch schon in den Jahren vor Strava so. Und wie der Name schon vermuten lässt, bringt die kleine aber feine Marke ax-lightness Leichtgewichte auf den Markt, so wie man es sich für ein Bergzeitfahren wünscht.
Abgesehen vom Gewicht gefällt mir das Design ungemein. Dies hat nicht unwesentlich zum Kaufentscheid beigetragen. Es ist sehr schlicht und unaufdringlich. Für eine performante Rennmaschine meines Erachtens viel passender als der de facto Branchenstandard der da wäre: Man verteile in zehnfacher Ausführung den Markennamen in grossen Lettern auf Rahmen und Gabel. Der Kenner erkennt doch den Bugatti, auch wenn er nicht angeschrieben ist. Nur der frisierte Seat bedarf doch des fetten Aufklebers “Balkan Tuning Club” (das habe ich genau so schon gesichtet). So gefällt mir mein Rad tatsächlich von allen mir bekannten Rädern am besten. Ich bin nicht der einzige, der mit der eleganten Optik des VIAL Evo Ultra etwas anfangen kann: Letzten Mittwoch hat mich ein Unbekannter beim Bäcker in Sarnen angesprochen: “Dies ist aber ein schönes Rad!”. Wo er Recht hat, hat er Recht. Dies ist mir bei mittlerweile sechs Jahren Cannondale SuperSix Evo noch nie passiert…

Komponenten:

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Vial Evo Ultra mit Pilatus

Die Jungs bei ax-lightness waren unkompliziert und flexibel genug, um mir auch ein paar Sonderwünsche zu erfüllen. So habe ich dieselben Bremsen wie Phil Gaimon an seinem Rad, nämlich eeBrakes. Die sind viel leichter als standard Felgenbremsen. Ich wollte keine Scheibenbremsen, da diese mir optisch einfach nicht gefallen wollen. Vielleicht gewöhne ich mich ja in den nächsten Jahren noch an diese Bremsscheiben, aber für den Moment will ich keine.
Ein weiterer Sonderwunsch waren die übergrossen OSPW Schaltröllchen von Ceramicspeed. Ob man den Watteinsparungsversprechen glaubt oder nicht, ich finde sie sehen einfach sehr cool aus und sind für mich den Inbegriff von Bikep*rn. Und etwas Fetisch Material musste eben auch sein.
Die Pedalen sind von Time, die Xpresso 15er. Als Laufräder fungieren die C45 Carbon Clincher von ax-lightness. Ich habe mir überlegt, ob ich nicht mal Schlauchreifen testen sollte. Nur schon weil so ein noch leichteres Setup zustande käme. Vielleicht probiere ich das mal noch aus, aber für den Moment besitze ich keinen solchen Laufradsatz. Das Gebastel mit dieser Pannenmilch und die Kleberei hat mich abgeschreckt. Lenker und Sattelstütze sind die TLO’s von Schmolke, einer weiteren High-End Carbon Schmiede aus unserem nördlichen Nachbarland. Ursprünglich wollte ich diese Anbauteile von meinem Cannondale übernehmen, aber eine Weihnachtsaktion bei Schmolke hat mich zum Neukauf bewegt. Der Vorbau ist der optisch ansprechende Rigid von ax-lightness. Auch der keine hundert Gramm schwere Leaf II Leder Sattel stammt von ax. Als Schaltgruppe habe ich SRAM eTap gewählt. V.a. weil mich die Kabellosigkeit ansprach und weil man da sogar ein 32er Ritzel verbauen kann. Ich fahre häufig sehr steile Bergstrassen, da ist man um jeden Gang froh, den man noch hat. Und ich habe halt nur einen Satz Knie, und dieser eine Satz muss noch eine Weile herhalten.

Was noch fehlt:

Offensichtlich vermisst man noch die Wattmessung, die an keinem heutigen Rad mehr fehlen sollte. Eventuell kommt am Ende ein Produkt von 4iiii zum Zug, ist aber noch nicht sicher. Als Übergangslösung kann ich noch meine alten Garmin Vector Pedalen montieren.

Wie fährt es sich denn?

Unglaublich agil. Mit einem fahrfertigen Gewicht (d.h. inklusiv Pedalen) von etwa 5.8kg reagiert das VIAL Evo Ultra sofort auf jegliche Beschleunigung. Und auch bei grösseren Wattzahlen und im Wiegetritt hat man das Gefühl, dass der Rahmen kein bisschen nachgibt und jegliche Watt auch auf der Strasse ankommen. Überrascht hat mich der Leaf II Leder Sattel: Der sieht ziemlich hart aus, ist es doch nur eine Karbonschale mit einem dünnen Lederüberzug. Doch der Schein trügt: Auch bei einer elfstündigen Ausfahrt von letzthin waren keinerlei Sitzprobleme aufgetreten. Überrascht hat mich auch der geringe Rollwiderstand. In den Laufrädern und in der Kurbel sind Keramiklager von Ceramicspeed verbaut, und diese rollen unglaublich gut. Über die Laufräder kann ich nicht wirklich objektiv urteilen, da ich bislang weder Karbonräder noch Hochprofilfelgen gefahren bin. Wie zu erwarten war sind die 45er windanfälliger als beispielsweise 27er, aber dieser Vergleich hinkt natürlich. Das Bremsverhalten ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Bremsleistung ist zumindest im trockenen kein Problem (die eeBrakes sind auch sehr potent in der Hinsicht), es quietscht jedoch bei starken Bremsmanövern. Damit kann ich leben. Ich hatte noch die Befürchtung, es würde bei längeren steilen Abfahrten zu grosser Hitzeentwicklung an den Bremsflanken kommen. Letzthin bin ich die 11% steilen 800hm von der Melchseefrutt zur Stöckalp damit abgefahren, bei der man einen Grossteil der Energie verbremsen muss. Die Bremsflanken wurden gerade mal lauwarm, kein Problem also.

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Das Vial Evo Ultra an der Melchseefrutt

Als einziger Negativpunkt im Vergleich mit meinem Cannondale wäre die Laufruhe zu erwähnen. Das Cannondale liegt unglaublich ruhig auf der Strasse, da kann das VIAL Evo Ultra nicht ganz mithalten. Vermutlich kann man halt nicht beides haben: Super Agilität und Laufruhe sind halt entgegengesetzte Anforderungen.

Fazit:

Wer das nötige Kleingeld aufwerfen kann, kriegt mit dem VIAL Evo Ultra eine absolute Hammer Rennmaschine, die erst noch bestechend aussieht. Ich bereue nichts und würde es auch heute nochmals kaufen.

 

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